Sonntag, 3. Juni 2012

Tintenherz

Hallöchen!

Ich bin ja immer der Meinung, dass es mir nicht sonderlich liegt über ein Buch zu schreiben. Aber diesmal ist es mir wirklich wichtig. Ich habe vor einiger Zeit die Trilogie von Cornelia Funke „Tintenwelt“ geschenkt bekommen. Ich glaube, ich will diese Bücher lesen, seit ich 16 Jahre alt bin. Damals kosteten die Festeinbände aber noch mehr und dann gab es immer neue Bücher, die ich lesen wollte. Kurzum: Es ist bis jetzt noch nie dazu gekommen. Vor einer Woche habe ich nun das erste Band „Tintenherz“ beendet und ich wurde nicht enttäuscht.


Einige kennen vielleicht den Film, der nebenbei bemerkt einige meiner Lieblingsschauspieler miteinander vereint! Und jetzt, da ich das Buch gelesen habe, muss ich sagen, dass es eine von wenigen Verfilmungen ist, die gelungen sind. Natürlich gibt es Änderungen, aber die Geschichte und deren Intension werden dabei nicht verfälscht. Das gefällt mir daran so gut. Aber nun ein paar Worte zum Buch.

Ich liebe es, wie Cornelia Funke jedes Kapitel mit einem Zitat aus meist bekannten Büchern beginnt. Diese Zitate sind immer passend zum Inhalt der Kapitel ausgesucht, was man manchmal erst am Ende bemerkt. Alles beginnt damit, dass ein seltsamer Mann mit einem zahmen gehörnten Marder im Hof von Mo und Meggie auftaucht. Mo, der eigentlich Mortimer heißt ist Buchbinder und reist viel herum, um alte Bücher zu restaurieren. Daher nennt ihn seine Tochter Meggie auch gerne mal den Bücherarzt. Dieser seltsame Mann, der sich Staubfinger nennt, entwickelt sich im Lauf der Geschichte zu meiner Lieblingsfigur im Buch und ich bin froh, dass er zumindest im zweiten Buch (lese ich gerade) wieder mit dabei ist. Alles begann vor vielen Jahren, als Mo mit seiner Frau Teresa (später wird sie immer Resa genannt) und mit der kleinen Meggie abends im Wohnzimmer sitzt und er ein neues Buch ausgekramt hat und beginnt vorzulesen. Mo hat eine besondere Gabe, seine Stimme ist weich wie Samt und mit ihr kann er die Worte zu Bildern formen und die Geschichte lebendig werden lassen. Aber an diesem verhängnisvollen Abend wird die Geschichte zu lebendig. Ohne, dass Mo weiß, dass er dazu in der Lage ist, liest er frei Gestalten aus dem Buch heraus. Plötzlich tauchen in seinem Haus der Schurke Capricorn, sein Gehilfe Baste und der Gaukler Staubfinger auf. Nachdem Mo es schaffte alle aus seinem Haus zu verscheuchen, bemerkte er, dass seine Frau und die zwei Katzen, die beim Lesen immer auf Resas Schoß saßen, verschwunden waren. Während die drei Männer der Geschichte nun in der Realität waren, musste Resa in der Geschichte stecken. Seit diesem Vorfall liest Mo nie wieder vor. Capricorn aber hat sich das Buch zu eigen gemacht, als er verjagt wurde und sucht die folgenden Jahre immer wieder nach Mo, denn er braucht seine Gabe. Und was Staubfinger angeht, der will nur wieder zurück in seine eigene Geschichte. Das Heimweh treibt ihn immer wieder zu Mo und er gibt die Hoffnung einfach nicht auf, dass Mo der einzige ist, der ihn wieder nach Hause bringen kann. So beginnt das Abenteuer. Die Flucht vor Capricorn, die Suche nach dem womöglich letzten Exemplar des Buches, welches sich Tintenherz nennt und nicht zuletzt auch die Suche nach Resa. Im Buch begegnet man so einigen Figuren aus Büchern, die man kennt. So liest Mo zum Beispiel einen jungen Räubern, namens Farid aus den Geschichten von „1001 Nacht“ und als Meggie bemerkt, dass sie es auch kann, holt sie mit ihrer Stimme Tinkerbell aus „Peter Pan“ in ihre Welt. Auf dem Weg liegen viele Gefahren, nicht zuletzt wegen dem hinterhältigen Capricorn und dem abergläubigen Basta, der immer ein Messer mit sich herumträgt und ständig Pfefferminzblätter kaut. Die Geschichte erzählt aber nicht nur von Mo und Meggie, sondern auch von Elinor. Sie ist Resas Tante und eine Bücherfresserin. Sie lebt alleine mit Unmengen von Büchern und ihre Bibliothek ist sicherlich Millionen wert. Sie spielt gern die sture Einsiedlerin, bietet aber am Ende des Buches der Familie von Mo ein neues Zuhause an und ist froh über die Gesellschaft ihrer liebgewonnen Verwandten. Und wie sollte es anders sein, natürlich suchen Mo und Meggie im Laufe der Geschichte auch nach dem Autoren des Buches. Er heißt Fenoglio und lebt unweit des Dorfes, welches sich Capricorn im Süden errichtet hat. Er und seine drei Enkel sind liebenswerte Gestalten im Buch und letztendlich trägt er auch er dazu bei, dass es einen Sieg über Capricorn geben wird. Auch wenn das Buch mit dem Sieg über den bösen Schurken endet, so bekommt Staubfinger kein Happy End und Mo und Resa nur ein halbes.

Erwähnte ich schon, dass Staubfinger sich zu meinem Lieblingscharakter gemausert hat?!? ;) Er ist so ein Bisschen der tragische Held der Geschichte. Er wurde als schwacher und egoistischer Charakter von Fenoglio geschrieben, aber er kämpft dagegen an und so weiß man nie, ob er dem Drang zur Flucht nachgeben wird, oder ob er doch bleibt und helfen wird. Der junge Farid hängt sich sehr an ihn und wird auch bald der beste Freund des etwas bissigen Marders, der übrigens Gwin heißt. All diese Gestalten spielen auch im zweiten Teil ihre Rollen und treiben die Geschichte somit voran. Staubfinger wird immer noch auf der Suche nach einer „Zauberzunge“ sein, die ihn zurück lesen kann, Farid verfolgt ihn wie ein treuer Hund und Meggie beginnt in ihrem neuem Zuhause bei Elinor von der Tintenwelt zu träumen, von der ihre Mutter ihr so viel erzählt. Wohin das alles führt, erfahre ich gerade beim Lesen von „Tintenblut“.

Die Bücher werden als Jugendliteratur gehandelt, sind deswegen aber nicht weniger für erwachsene Leser geeignet. Die Schrift ist angenehm groß, sodass man auch bis spät in die Nacht angenehm lesen kann. Ich mag die Art sehr gerne, wie Cornelia Funke schreibt. Sie zieht ihren Leser wirklich in den Bann ihrer Geschichte. Jedenfalls hat sie das bei mir getan! Als ich anfing diese Zeilen zu schreiben, befürchtete ich, dass der Post zu lang werden würde... Ich glaube, dass ich mich ganz gut geschlagen habe! ^^

Bis bald Schönheiten!

Eure Kaki

Kommentare:

  1. Ich glaub, das muss ich mir mal ausleihen... Sofern ich Zeit habe...

    Liebe Grüße

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  2. steht auch noch auf meiner wunschliste, der schuber. aber gelesen hab ichs ja schon ^^
    lg, arina

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  3. Endlich gelesen und für sehr gut befunden! Obwohl ich Elinor und Farid wesentlich lieber mag als Staubfinger... Der ist mir irgendwie supekt...

    Liebe Grüße

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